Dienstag, 10. Juni 2008

Fanzone

Beruflich verschlug es mich heute ins Wiener Parlament. Dort gibt es Security-Checks, aber die sind nichts, NICHTS, gegen die der Wiener Fanzone.Irgendjemand, ich glaube es war meine italophile Mutter, stieß während der EM-Vorbereitungsphase relativ zusammenhangslos auf das Wort Fanzone und staunte, dass es ihr nicht bekannt war. Klang es doch so italienisch. Vielleicht ein Eigenname?
Sollte ich jemals ein Buch schreiben, das in Italien spielt, so wird Giuseppe Fanzone eine Schlüsselrolle einnehmen, lautet mein Vorsatz.

Die echte Fanzone erweist sich als mühsam, denn man kann sie nicht einfach überqueren, wenn man von einer Seite des Rings auf die andere will. Nein, man muss schleusen. Bei meinen letzten drei Flügen bin ich nicht so akribisch kontrolliert worden wie an der Schleuse der Fanzone, vormittags um halb elf. Glücklicherweise führte ich weder Nagelfeilen noch Regenschirme noch Spraydosen unbekannten Inhalts mit mir und durfte passieren um den ausgestorbenen Ring in Richtung Parlament zu überqueren und wieder auszuschleusen.
Mysteriös auch, dass das gesamte Security-Personal aus deutschen Staatsbürgern mit sächsischer Sprachfärbung zu bestehen scheint – zu gerne würde ich den dahintersteckenden Masterplan durchschauen.
Nach meinem Termin mied ich die Fanzone und besuchte Meinl’s Kaffeewelt im Maria Theresien-Park.




Dort, wo auf dem Bild viel Platz ist, steht jetzt ein Riesen-Aufbau, wo man Maria Theresia beinahe auf gleicher Ebene ins Auge sehen und überteuerten Kaffee trinken kann. Wenn man sich vorher bei dem netten sächselnden Herrn einschleust. Beides tat ich und betrachte damit meine Pflichten als Bürgerin einer EM-ausrichtenden Stadt für erledigt.
Olé-olé-olé.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Na, da hast du ja alles richtig gemacht, liebe Ursula. Nuwoahr?

:)

Lieben Gruß

Ruth

Ursula hat gesagt…

Tja, ich hab mir Mühe gegeben :-)
Aber nach wie gibt's keine Fähnchen am Auto, dazu kann ich mich einfach nicht durchringen ...

Liebe Grüße
Ursula

Petra hat gesagt…

Köstlich, ich hab das auch völlig falsch betont gelesen, so wie Panettone... Und war mir sicher, dass es sich um ein neues berüchtigtes Mafiaviertel in Wien handeln muss!

Liebe Grüße,
Petra

teamor hat gesagt…

Liebe Ursula,

ich liebe deine Fanzone (italienisch ausgesprochen :-)).
Seit deinem Posting haben wir es begeistert in unser Familien-Vokabular aufgenommen und verwenden es schamlos zu allen sich bietenden Gelegenheiten.
Unlängst hätte ich beinahe beim Italiener eine "Fanzone" bestellt...
Danke dir für diesen unersetzbaren Wort-Schatz!

Mega-vergnügte Grüße
Gabi

Giuseppe hat gesagt…

Se scriverai un libro con "Giuseppe Fanzone" come protagonista vorrei leggerlo. In italiano naturalmente.
Mi ha veramente intrigato l'uso di questo nome. Non capisco come possa suonare il mio cognome alle orecchie di un tedesco. Non lo saprò mai!
Giuseppe Fanzone

Ursula hat gesagt…

Dear Giuseppe!
Sorry that I can't answer you in Italien, but my skills of the language are restricted to phrases like "Un espresso doppio, per favore" or "Dov'e la spiagga?". But I am really thrilled you exist, because I totally believed that I made you up. So thanks for dropping in. I promise, if I ever use your name in a novel, I will tell you.

Tanti Salute
Ursula

 

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