Donnerstag, 29. November 2007

Marathon

Gestern: Back-Marathon
Heute: Einkaufs-Marathon mit anschließendem Elternsprechtag (selbiger war Ursache des heftigen Kuchenbackens am Vortag)
Morgen: Familiärer Geburtstags-Marathon (=Essens-Marathon, unterbrochen durch gelegentliches Zuführen von leicht alkoholischen Getränken) Wenigstens bin es nicht ich, die älter werden muss.

Mir fehlen Zeit und Ruhe für einen Schreib-Marathon. Inspiration wäre vorhanden.

Montag, 26. November 2007

Nach Hause kommen

Gestern habe ich es gewagt und mit dem zweiten Teil des Fantasyschinkens begonnen. Ich kann nur allen Autoren empfehlen, Mehrteiler zu schreiben. Es ist wie nach Hause kommen, man fällt seinen Figuren geradezu um den Hals, drückt sie an sich und wispert ihnen ins Ohr, wie sehr man sie vermisst hat. (Das führte übrigens dazu, dass ich am liebsten alle auf einmal auftreten lassen wollte, dramaturgisch höchst unprofessionell.)
Kurz, das reine Vergnügen. Ich muss nicht mehr überlegen, wer in welcher Situation was sagen oder wie reagieren würde, ich weiß wie jeder zum jeweils anderen steht. Ein bisschen wie beim Familientreffen.

Sonntag, 25. November 2007

Schön oder bequem

Aus Gründen der Witterung bin ich vergangene Woche auf warme und für meine Verhältnisse sehr flache Stiefel umgestiegen. Der Unterschied hat es in sich, Gehen wird plötzlich zum reinen Vergnügen, dafür leidet die Optik ein wenig. War mir aber egal. Stöckel bei Schneematsch und Rollsplitt sind Selbstmord. Und es sieht unendlich viel dämlicher aus, wenn es einen mit elegantem Schuhwerk hinbrezelt als mit schlichten Tretern.

Ich finde, beim Schreiben ist es ähnlich: Je künstlerischer der Stil, desto größer die Rutschgefahr. Mit hoher Literatur und hohen Schuhen balanciert man schnell am Rand der Lächerlichkeit. Dafür ist es umso schöner, wenn jemand das eine oder das andere beherrscht.
Ich halte mich derzeit mit beidem zurück.

Mittwoch, 21. November 2007

Göttliche Einfachheit

Mein schriftstellerisches Ich wäre gern Engländerin, dann hätte es ein leichteres Leben. Heute bin ich einmal mehr mit der Nase drauf gestoßen worden: Während man im Englischen einfach "He shrugged" schreiben kann, muss man sich im Deutschen mit "Er zuckte die Schultern" oder "Er zuckte mit den Schultern" oder "Er zuckte die Achseln oder vielleicht sogar mit den Achseln" herumquälen. "He shrugged" dagegen ist von göttlicher Einfachheit.
Anders Beispiel: "to pretend". Das kann man im Deutschen mit "vortäuschen" übersetzen, was einen böswilligen Beigeschmack hat, der oft nicht sein soll. "So tun als ob" ist dafür unelegant. Aber was soll's, ha, es lebe die Herausforderung.

So, und weil ich jetzt dringend etwas echt Englisches brauche, pilgere ich zu YouTube. Das allererste, was ich dort je gesucht und gesehen habe, war der Parrot-Sketch. This ist a late parrot.
Hähä. Der muss heute wieder mal sein.

Montag, 19. November 2007

Berufskrankheit

Ich habe beschlossen, ich schreibe nichts mehr zum Thema Warten. Es ist nämlich, ganz wie die Sache selbst, lähmend. Außerdem erinnert es mich an lang vergangene Zeiten, in denen ich regelmäßig auf Anrufe gewartet habe, das Telefon hypnotisierend. Muss im Paläozen gewesen sein, jedenfalls gab es noch keine Handys. Je heftiger ich hypnotisierte, desto weniger läutete es. Kaum ging ich um die Ecke Milch holen, hatte ich bei der Rückkehr eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. (An dieser Stelle: Kurze Pause für wehmütige Erinnerungen an meinen vorsintflutlichen Anrufbeantworter. An sein oranges Display und das verheißungsvoll blinkende rote Lämpchen. An seine unglaublich lauten Klick- und Knackgeräusche beim Suchen der richtigen Stelle auf dem Band. Weniger wehmütig sind die Erinnerungen an meine teils unfassbar peinlichen Ansagetexte. Einmal hielt ich es für notwendig, eine englische Ansage aufs Band zu hauchen – hätte ja Hollywood anrufen können. Tat es aber nie. Seltsam.)

Äh, was wollte ich eigentlich schreiben? Ja, das Warten. Je mehr man wartet, desto weniger passiert. Daher höre ich jetzt damit auf. Mit dem Warten. Nur, dass das leider schwierig ist, so als versuche man mit aller Kraft nicht an einen Eisbären zu denken.

Vergangenen Samstag traf ich mich mit lieben Kollegen und auch da sprachen wir über’s Warten. Muss eine Berufskrankheit sein.

Mittwoch, 14. November 2007

Fischen im Ideenpool

Beim Plotten meines zweiten Teils hatte ich gestern eine brillante Idee und wollte bereits innerlich im Kreis hüpfen als mir klar wurde, dass die Idee zwar definitiv meinem eigenen Hirn entsprungen war, aber dennoch sehr an einen Handlungsstrang einer anderen (ungleich bekannteren) Autorin erinnert. Peng. Diese andere, ungleich bekanntere Autorin hat überhaupt eine Menge klassischer Symbole mit Beschlag belegt. Ich meine, wer kann denn noch guten Gewissens seinem Bösewicht eine Schlange als Markenzeichen verpassen?

Wie auch immer, nach einer kurzen Phase des Grolls hatte ich eine weitere Idee, und sie war – besser! Innerlicher Jubel brach aus und hält bis dato an.

Der Vorgang an sich macht mir dennoch Sorgen. Hätte ich nämlich das Buch der ungleich bekannteren Autorin nicht gelesen, hätte ich die Idee für meine, meine, ganz allein gehalten und umgesetzt. Wer sagt mir also, dass Idee 2 nicht auch schon längst ihre Heimat zwischen den Deckeln eines mir unbekannten Buches gefunden hat? Im konkreten Fall ist es unwahrscheinlich, weil sie sehr spezifisch zu meiner Geschichte passt – aber ganz prinzipiell? Ist Originalität Glückssache?

Ein Gegengedanke: Hätte ich Idee Nr.1 überhaupt gehabt, hätte ich das besagte Buch nicht gelesen? Das ist eben die Crux, ich weiß es nicht. Meine Synapsen führen kein Protokoll.

100 Jahre

"Das grenzenloseste aller Abenteuer der Kindheit, das war das Leseabenteuer. Für mich begann es, als ich zum ersten Mal ein eigenes Buch bekam und mich da hineinschnupperte. In diesem Augenblick erwachte mein Lesehunger, und ein besseres Geschenk hat mir das Leben nicht beschert." (Astrid Lindgren)

Sonntag, 11. November 2007

Schnee

Schon in der Schule war es immer so: Kaum schwebten die ersten Schneeflocken vom Himmel, stürzten alle an die Fenster und bestaunten sie (die Schneeflocken, nicht die Fenster). Seit heute morgen gibt es hier eine ganze Menge zu staunen - eineinhalb Stunden schneit es jetzt und die Pracht bleibt, wie's aussieht, liegen. Das ist schön, einerseits. Andererseits habe ich noch nicht auf Winterreifen umgerüstet. Und so hoffe ich auf Schneeschmelze möglichst noch vor morgen.

Während also die Bäume vor meinem Fenster erschreckend weihnachtlich auszusehen beginnen, sitzte ich im Warmen und plotte. Andere stricken (ist angeblich wieder in, hab ich gelesen), ich knüpfe Handlungsstränge. In den letzten Tagen habe ich einen Wust von möglichem Hintergrundmaterial angesammelt, viel zu viel und manches widersprüchlich, aber die Dinge nehmen Form an. Ganz schön optimistisch, denke ich mir immer wieder, für ein mehrbändiges Epos zu planen und zu plotten, obwohl ich noch nicht einmal weiß, ob der erste Teil je das Licht der Veröffentlichung erblicken wird.
Was ich wirklich schwierig finde an der Schriftstellerei, ist die Geduld, die man mitbringen muss.

Mittwoch, 7. November 2007

Seltsamer Risikofaktor

Ein Fundstück aus dem Internet: Der britische Autoversicherer Admiral hat untersuchen lassen, ob die Unfalhäufigkeit vom Vornamen des Fahrers abhängt. Ganz ordnungsgemäß wurden dabei absolute Namenshäufigkeiten und andere statistische Verzerrungsfaktoren berücksichtigt (offenbar haben englische Versicherungen zu viel Geld).
Und siehe da, es scheint einen Zusammenhang zu geben. Laut Admiral sind also die Vornamen mit der höchsten Unfallwahrscheinlichkeit:
männlich: 1. Ben 2. Dean 3. Alex 4. Carl 5. Tim
weiblich: 1. Sophie 2. Natalie 3. Maria 4. Leanne 5. Victoria

Und voilà - die Vornamen mit der geringsten Unfallwahrscheinlichkeit:
männlich: 1. Ian 2. Adrian 3. William 4. George 5. Alan
weiblich: 1. Ann 2. Lesley 3. Janet 4. Heather 5. Gillian

Da überlegt man sich doch gleich zweimal, wie man ein Kind nennt. Höhere Versicherungsbeträge müssen die Bens und Sophies aber nicht zahlen, immerhin ...

Ihr seht, mein Stress hat nachgelassen, ich bin faul und surfe im Internet herum. Was ich eigentlich nicht machen sollte, denn da wäre schon noch einiges zu erledigen, zu schreiben und zu organisieren - ich hab nur überhaupt keine Lust. Es kommt mir vor, als hätte ich nur zwei Gänge: Turbo und Leerlauf. Dazwischen gibt's nichts.
Obwohl - gestern habe ich endlich einen Haken gefunden, an dem ich den Plot von Fantasyband Nummer II aufhängen kann. Danach habe ich lange gesucht, dieses eine lose Ende baumelte mir ewig vor der Nase herum. Jetzt ist es eingeflochten und ich glaube, es passt ins Muster.

Sonntag, 4. November 2007

It's done

Es hat sich auspubertiert, heute nachmittag ist der Mädelsroman fertig geworden. Wenn ich muss, kann ich richtig schnell sein, zwischen zehn und fünfzehn Uhr habe ich 4.200 Worte geschrieben. Fast ohne es zu merken, und dann ENDE. Wenn ich diesen Schnitt halten könnte, würde ich zehn Bücher pro Jahr fertig kriegen. Leider klappt der Trick aber immer nur unter Termindruck.

Ein anderer Trick, den ich noch üben muss ist der mit der richtigen Länge. Obwohl - es gab zwei Angaben von Seiten des Herrn Lektor und eine davon würde passen. Für die andere hab ich locker 20.000 Zeichen zu viel. Wie auch immer, streichen wird in diesem speziellen Fall nicht allzu schwierig sein, es ist ein "lockeres" Buch, bei dem es nicht auf jedes Wort ankommt.

Darf ich noch kurz rumjammern, dass morgen die Herbstferien zu Ende sind? Ich kann sie zwar eigentlich nicht leiden, aber das Ausschlafen war so schön. Ein Wecker, der um halb sieben klingelt, ist eine schwere Einbuße an Lebensqualität.

Samstag, 3. November 2007

Bääääh

Man verzeihe mir den höchst unliterarischen Titel, aber er trifft meine aktuelle Stimmung. Schuld daran ist Vater Staat, der irgendwie kein Herz für Freiberufler hat und ihnen ekelige Steuernachzahlungen und noch ekligere Vorauszahlungen beschert. Hätte ich gestern doch nur den Briefkasten llinks liegen gelassen und mir diesen Frust für den Wochenanfang aufgehoben. Das ist der angemessene Platz dafür.

Erfreuliches:
Heute oder morgen wird der Pubertätsroman fertig, was er auch muss, weil ich ihn Montag abgeben soll. Der Großteil des Oktober-Arbeitsberges ist bewältigt, mal sehen was der November bringt. Was er auf jeden Fall bringen müsste ist die Nachricht, auf die ich jetzt schon gefühlte drei Jahre warte und egal wie sie ausfällt, ich werde froh sein wenn sie endlich da ist.

So, und jetzt werde ich das Bedürfnis überwinden, mich schmollend mit einer Kanne Tee und einem Buch ins Bett zu verziehen. Statt dessen wird weitergeschrieben und später geschmollt. Das Bedürfnis danach wird mich so schnell wohl nicht verlassen :-/

 

kostenloser Counter