Donnerstag, 26. März 2009

Öhm ...

So lange habe ich hier nichts mehr geschrieben? Wirklich? Wirklich! Du liebe Güte ...

Zu meiner Entschuldigung lässt sich vorbringen: Ich habe, äh, gearbeitet. Vom Brotjob mal ganz abgesehen war ich zum Beispiel Lesen, in Salzburg. Vier Lesungen am Stück, danach ist die Stimme im Eimer und die Finger müssen sich gleich mit erholen. Außerdem habe ich meinem persönlichen Todfeind, dem Exposé, ins Auge geblickt. Auch das schreit nach einer längeren Rehabilitationsphase. 

Ein guter Vorsatz muss her: Noch drei Einträge bis Monatsende. Inspirierte, gehaltvolle, vor Inhalt triefende Einträge. Wär doch gelacht.

Dienstag, 10. März 2009

Dönermassaker

Heute vormittag, Schreibworkshop, zuerst mit 11-, dann mit 12jährigen. Ein Krimi soll es werden, und der soll aus den Figuren entstehen, die die Kinder (Kinder?) in Kleingruppen entwerfen. Faszinosum: Beide Male taucht ein Dönerstandbesitzer auf und beide Male ist er der Mörder.
Sind die Gärtner von gestern die Kebabverkäufer von heute? Oder hat Sweeney Todd zu weit um sich gegriffen und ein Döner kommt der Fleischpastete am nächsten?
Ich weiß es nicht. Aber ich finde es hochinteressant.
Ansonsten sind die Plots klassische Whodunnits, und wenn wir die Klischees eliminiert haben, blitzen immer wieder originelle Ideen auf. Phantastische Figuren. Und grandiose Titel. Nach "Todesdöner", "Der Dönerkiller", "Das Dönermassaker" und ähnlich RTL-Tauglichem schlägt ein ansonsten stiller 12jähriger "Der tote Tag" vor und haut mich damit richtig um. Wo hat er das her? Wieso denkt er in so anderen Bahnen? Wieso hat er nicht schon vorher etwas gesagt?
Am Ende schnappen sich alle ihre Notizen und wollen? sollen? müssen? die Geschichte weiterschreiben. Ich wüsste gern, was aus "Der tote Tag" wird.

Montag, 2. März 2009

Die virtuelle Plotwand

Andere Menschen haben Arbeitszimmer. Ich habe eine Küche. Weil das so ist und weil meine Küchenwände alle ziemlich mit Schränken verstellt und verhängt sind, war mir das Szenen-an-die-Wand-Pinnen mittels Karteikärtchen oder Post-Its bislang verwehrt.
Seit kurzem pinne ich am Computer. Weil Papyrus das nämlich auch kann, sehr platzsparend, praktisch und bunt:


















Natürlich könnte ich auch einfach ein Word-Dokument anlegen und die Szenen untereinander hinschreiben. Wäre aber nicht so spaßig und kein Futter für meinen Spieltrieb. Man kann die Zettelchen übrigens auch kariert, gepunktet und gestreift sein lassen, kurz, es ist ein kreativitätsanregendes Tool.
PS: Falls jemand weiß, wie man Papyrus-Dokumente unbeschadet in Open Office konvertiert, bin ich für Tipps enorm dankbar. Mir kickt es jedes Mal ein gutes Drittel der Formatierungen raus.

Sonntag, 22. Februar 2009

Boykott

Geneigte Leserinnen und Leser!
Zeiten, in denen Unarten wie der Prokrastination ganze Bücher gewidmet werden, die sich dann auch noch gut verkaufen, sind zwangsläufig Zeiten der Krise. Wir, die Gesellschaft zur Aufrechterhaltung der Blogdisziplin (GZAB) nehmen uns eines Teilbereichs dieser Erscheinung an: dem vernachlässigten, verkümmernden, ungepflegten Blog. Sehen Sie, der vorliegende Blog ist ein gutes Beispiel. Wurde er bislang zumindest ein- bis zweimal die Woche mit mäßig interessantem Inhalt gefüllt, dümpelt er seit Beginn des Jahres nur noch traurig vor sich hin. Wir baten also die Blogbetreiberin in einem Brief um Stellungnahme.

Sehr geehrte Frau P.,
Ihr Blog "Schreiben und so weiter" lässt seit zwei Monaten stark zu wünschen übrig, was die Regelmäßigkeit, Ausführlichkeit und Originalität der Beiträge angeht. Wir möchten Sie höflichst bitten, diesen Zustand zu ändern und nicht sinnlos Webspace zu vergeuden, der anderswo guten Zwecken zugeführt werden könnte. Sonst müssen wir annehmen, dass von ihrem Motto "Schreiben und so weiter" nur noch das "und so weiter" für Sie zählt.
Hochachtungsvoll

Ihre
GZAB

Erwartungsgemäß antwortete Frau P. auf unser Schreiben mit vier Tagen Verspätung und in, wie wir finden, unangemessenem Ton.


Sehr geehrte GZAB!
Sie täuschen sich, ich schreibe. Und zwar einen Roman, der gar nicht mal so einfach zu bändigen ist. Sie werden sicher verstehen, dass ich diesem Roman derzeit den Großteil meiner Aufmerksamkeit widmen will und muss und deshalb nur sehr selten den Kopf für Blogeinträge frei habe, noch dazu für lange, ausführliche. Hinzu kommt, dass es nicht viel gibt, das von allgemeinem Interesse sein könnte. Ich schreibe. Ich recherchiere. Ich schreibe. Ich lösche. Ich fluche. Das ist, im Groben skizziert, alles.
Ich möchte Sie daher um Geduld bitten und versichere Ihnen, dass ich alles, was sich zu berichten lohnt, in meinem Blog aufzeichnen werde. Zeitnah, wenn vielleicht auch nicht sofort.

Ebenfalls hochachtungsvoll

U.P.

Wie Sie selbst sicher bemerkt haben, lässt Frau Ps Antwort sowohl Einsicht wie auch Reue vermissen. Trotzdem zeigten wir guten Willen und warteten zwei Tage zu, leider vergebens. Frau P. ließ sich zu keinem neuen Eintrag herab. Wir schickten ihr eine weitere Mahnung, appellierten ihr, wenn auch nur schwach ausgeprägtes, schlechtes Gewissen und führten ihr einmal mehr die Verwerflichkeit ihres Handelns, bzw. Nicht-Handelns vor Augen.
Diesmal antwortete Frau P. noch am gleichen Tag, allerdings mit einer Impertinenz, die wir nicht einmal von ihr erwartet hätten. Sehen Sie selbst:













Dass wir uns ein solches Verhalten nicht bieten lassen können, versteht sich von selbst. Wir rufen deshalb die Internetcommunity auf, diese Seite zu boykottieren. Lassen Sie sich das nicht weiterhin bieten. Entziehen Sie Frau P. und ihresgleichen ihre so mit Füßen getretene Aufmerksamkeit. Sollten Sie die Seite versehentlich gebookmarkt haben, löschen sie den Link. Stafen Sie diejenigen, die Sie auf so unverfrorene Weise ignorieren, ebenfalls mit Ignoranz. Unserer Unterstützung dürfen Sie sich sicher sein.

Mit besten Grüßen
Ihre
GZAB

Mittwoch, 11. Februar 2009

Theo, reanimiert

Seit langem hat sich wieder ein Erstleser aus meiner Feder auf den Weg ins Lektorat gemacht - der von mir bereits totgesagte Theo entpuppte sich - dank einer gewitzten Hebamme - doch als lebensfähig.
Jetzt bricht meine Lieblingsphase an, nämlich die, in der die anderen arbeiten. Speziell die Illustratorin. Ich freu mich auf die ersten Bilder immer wie auf Weihnachtsgeschenke.
Theo kriegt die gleiche Illustratorin, die schon Pauline ein Gesicht gegeben hat, hurra. Ich bin sicher, sie kann Piraten genauso gut wie Feen.

Samstag, 31. Januar 2009

Antagonistisches

Alan Rickman wurde in einem Interview gefragt, wie er seine Bösewicht-Rollen so überzeugend hinkriegt. Er meinte darauf sinngemäß, dass er sie nie als Bösewichter anlegt, sondern als ganz normale Menschen, die ein Ziel verfolgen. Das lässt sich hervorragend aufs Schreiben übertragen und ich halte es mir vor Augen, wenn ich meinen Antagonisten auf den Zahn fühle.

Der aktuelle ist aus vielen Gründen, die hier zu weit führen würden, ein sehr spezieller Fall und ein Teil von mir sympathisiert heftig mit ihm. So heftig, dass ich ihm gewisse Gemeinheiten nicht auf den Leib schreiben will. Oder anders formuliert: Ich nehme ihn vor mir selbst in Schutz. Jetzt stellt sich heraus, dass ich ihn doch etwas fieser sein lassen muss, wenn der Plot "ziehen" soll. Und ich bin hin- und hergerissen, denn damit wäre er "böser" als sein Ziel es erfordert. Oder doch nicht? 

Grundsätzliche Frage bleibt, wie sehr man (ich!) eine Figur entsprechend ihrer Funktion im Plot hinbiegen darf. Was wichtiger ist, die Spannung oder die Figurentreue. Was zuerst war, die Henne oder das Ei. Ich plädiere für die Henne, also die Figur, die das Ei, also den Plot legt. Bloß, dass nicht sie selbst, sondern ich ihn ausbrüte, aufziehe und dafür sorgen muss, dass das Küken nicht hinkt. So wie diese Metapher es leider tut. Wahrscheinlich hat Frau Professor L. recht, und ich muss mich zum dritten, vierten oder fünften Mal auf einen Kaffee mit meinem Antagonisten zusammensetzen und seine verquere, gebeutelte Psyche auf mich wirken lassen. Besser als einsames Brüten ist das allemal.

Montag, 26. Januar 2009

Disziplin

Meine Blogdisziplin ist gerade wirklich zum Weinen. Ich weiß. Dafür wächst der Roman - offenbar kann ich nicht an zwei Stellen gleichzeitig diszipliniert sein.
Aber viel Berichtenswertes gibt es ja gar nicht. Ich schreibe. Es läuft ganz gut (bis auf Kleinigkeiten) und je weiter ich komme, desto besser gefällt es mir. Sorgen macht mir nur die Länge; ich bin auf Seite 220 und bezweifle, dass ich die Mitte schon erreicht habe. Ich könnte natürlich auf meinem Szenenplan nachsehen (den gibt es!) nur ist er leider unfassbar obsolet. Einen neuen zu schreiben, nur damit der auch nicht eingehalten wird, finde ich sinnlos und deshalb mache ich weiter wie immer. Mit Grobgerüst und Zwischenzielen.
Die Notizzettel von Papyrus Autor wachsen mir täglich mehr ans Herz. Damit pinne ich meine Zwischenziele neben das Dokument und seitdem ist "Überblick" mein zweiter Vorname.

 

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